Städteranking Hitzetage Schweiz
Wo in der Schweiz die Hitze wohnt
Sechs Städte, 75 Jahre, eine Frage: Verschiebt sich die Rangfolge? Das Niveau liegt beim 4,5-fachen von damals. Über die Reihenfolge sagt das wenig.
Der Befund
Aus 4,0 Tagen sind 18,1 geworden
Über alle sechs Städte in der Schweiz gemittelt – von Genf bis Zürich –, stieg die Zahl der Tage mit 30 Grad und mehr von 4,0 im Jahrzehnt 1951–1960 auf 18,1 in 2016–2025. Am stärksten trifft es Genf: 27,9 heiße Tage im Jahr, vier Wochen.
Die zweite Frage
Heißer wurde es überall – in welcher Reihenfolge, sagen diese Daten nicht
Ein Ranking eines Zeitraums sagt, wo es zuletzt heiß war. Es sagt nicht, ob das hält. Die Rangkorrelation nach Spearman misst genau das: Wie gut sagt die Rangfolge eines Jahrzehnts die heutige vorher? Ob die Reihenfolge hält, lässt sich hier NICHT beantworten: sechs Reihen sind zu wenige für einen belastbaren Rangvergleich, und eine davon haben sich gegenüber den übrigen verschoben. Der Wert von 0,600 steht unten, damit niemand ihn für die Antwort hält.
| Zeitraum | Rangkorrelation gegen 2016–2025 |
|---|---|
| 1951–1960 | 0,600 |
| 1961–1970 | 0,551 |
| 1971–1980 | 0,600 |
| 1981–1990 | 0,943 |
| 1991–2000 | 0,771 |
| 2001–2010 | 1,000 |
| 2006–2015 | 1,000 |
In jedem einzelnen Zeitraum in der oberen Hälfte standen Genf und Basel. Die Spitze steht also – bewegt hat sich das, was darunter liegt.
Bewegt haben sich vor allem diese: hinauf Lugano (Rang 6 → 3).
Wie die Rangkorrelation gerechnet wird
Spearmans ρ über die Ränge der Städte, die in beiden Zeiträumen eine Reihe haben. 1,0 hieße: dieselbe Reihenfolge; 0,0: kein Zusammenhang; −1,0: umgekehrte Reihenfolge. Bei Gleichstand wird der Mittelrang vergeben.
Die Zeiträume überschneiden sich nicht mit 2016–2025. Täten sie es, wäre ein Teil der Übereinstimmung nur die Folge geteilter Jahre.
Jede Stadt, jedes Jahrzehnt
Die ganze Rechnung auf einem Feld
Eine Zeile je Stadt, eine Spalte je Zeitraum, sortiert nach heute. Von links nach rechts gelesen steht in jeder Zeile dieselbe Bewegung; von oben nach unten die Rangfolge.
Die Liste
Alle Städte, nach heute sortiert
| Rang | Stadt | 2016–2025 | 1951–1960 | Verlauf | Station | Rang damals |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Genf | 27,9 | 6,9 | Genève / Cointrin 411 m | 1 – | |
| 2 | Basel | 21,4 | 5,9 | Basel / Binningen 316 m | 2 – | |
| 3 | Lugano | 21,3 | 2,4 | Lugano 273 m | 6 ▲ 3 | |
| 4 | Luzern | 13,2 | 3,7 | Luzern 454 m | 3 – | |
| 5 | Bern | 12,9 | 2,5 | Bern / Zollikofen 553 m | 5 – | |
| 6 | Zürich | 12,1 | 2,9 | Zürich / Fluntern 604 m | 4 – |
Dieselbe Station, 75 Jahre lang
Eine Verlegung sieht aus wie ein Klimasignal
Eine Messreihe, die 1985 den Standort wechselt, zeigt einen Sprung – und der Sprung sieht genauso aus wie Erwärmung. Das Archiv verrät für jeden einzelnen Messtag, aus welcher Quelle er stammt. Diese Seite nutzt das als Auswahlkriterium: Jede Reihe hier stammt zu mindestens 100 % aus einer einzigen Quelle.
| Stadt | Messreihe | Anteil der Hauptquelle | Wechsel der Hauptquelle |
|---|---|---|---|
| Genf | Genève / Cointrin | 100 % | – |
| Basel | Basel / Binningen | 100 % | – |
| Lugano | Lugano | 100 % | – |
| Luzern | Luzern | 100 % | – |
| Bern | Bern / Zollikofen | 100 % | – |
| Zürich | Zürich / Fluntern | 100 % | – |
Keine Reihe dieser Liste wechselt mitten im Zeitraum ihre Hauptquelle. Der Vergleich zwischen 1951 und heute ist damit in jeder Zeile ein Vergleich derselben Station mit sich selbst.
Was die Quellenkennung nicht sieht
Eine Station kann umziehen, ohne dass das Archiv die Quelle wechselt. Solche Fälle findet nur der Vergleich mit den übrigen Städten: Für jede Stadt steht hier, wie sie sich zum Mittel der anderen verhält – einmal 1951–1960 und einmal 2016–2025. Eine Reihe, die 1955 weit über allen lag und heute unter ihnen liegt, beschreibt kein Klima.
| Stadt | 1951–1960 gegenüber den übrigen | 2016–2025 gegenüber den übrigen | Verschiebung |
|---|---|---|---|
| Lugano | 0,59× | 1,21× | 2,04× |
| Luzern | 0,91× | 0,70× | 1,30× |
| Basel | 1,53× | 1,22× | 1,26× |
| Zürich | 0,71× | 0,64× | 1,12× |
| Bern | 0,62× | 0,68× | 1,10× |
| Genf | 1,86× | 1,70× | 1,09× |
Lugano verschiebt sich um das 2,04-fache. Der wahrscheinlichere Grund ist hier die Schwelle selbst: Wer im Mittel bei 2,4 heißen Tagen steht, zählt jahrzehntelang fast nichts – und sobald die Sommermaxima um zwei Grad steigen, sehr viel. Ein gleichmäßiger Anstieg sieht an einem kühlen Ort aus wie ein Sprung. Die Zahl für 2016–2025 ist davon nicht betroffen – der Vergleich mit 1951 schon. Belastbar wird er erst mit den homogenisierten Reihen des nationalen Wetterdienstes.
Was fehlt
Vier Städte stehen nicht in der Liste
Die Auswahl der Seite ist die zehn bevölkerungsreichsten Städte (Bundesamt für Statistik, ständige Wohnbevölkerung). Wer darin keine Messreihe hat, bekommt keine geschätzte Zahl, sondern steht hier – mit dem Grund. Eine Rangliste, die ihre Lücken verschweigt, wirkt vollständig, ohne es zu sein.
- St. Gallen · St. Gallen
Reihe STG 1 Zeiträume unvollständig - Winterthur · Zürich
keine Station im Umkreis von 15 km - Biel/Bienne · Bern
keine Station im Umkreis von 15 km - Lausanne · Waadt
keine Station im Umkreis von 15 km
Das ist keine Aussage über diese Städte, sondern eine über das europäische Archiv, aus dem diese Seite rechnet: ECA&D führt für die Schweiz zehn Stationen und für Österreich 771. Der eigene Dienst des Landes hat mehr – und gibt sie inzwischen heraus. Wie sich die Liste damit verlängern lässt, steht im Abschnitt Wie gerechnet wird.
Wie gerechnet wird
Gemessen, nicht modelliert
Jede Zahl auf dieser Seite ist eine abgezählte Menge gemessener Tage. Es wird nichts interpoliert, nichts modelliert und nichts fortgeschrieben.
- Aus dem Archiv kommen alle Stationen im Umkreis von 15 km um das Stadtzentrum in Frage.
- Bergstationen fallen heraus: höchstens 900 m über dem Meer und höchstens 250 m über der tiefsten Station im Umkreis. Ohne diese Regel bekäme St. Gallen den Säntis auf 2.502 m – die einzige Station weit und breit und damit zugleich die tiefste.
- Reihen, die nicht alle 8 Zeiträume füllen, fallen heraus.
- Reihen, deren häufigste Quelle weniger als 80 % aller Messtage stellt, fallen heraus: Sie setzen sich aus mehreren Stationen zusammen und messen damit auch den Umzug.
- Gewählt wird die Reihe ohne Quellenwechsel mit mindestens 90 % aus einer Quelle; unter gleich sauberen die dem Zentrum nächste. Nicht umgekehrt – warum, steht unter Die Herkunft.
- Eine Reihe vertritt höchstens eine Stadt. Sonst stünden zwei Städte mit derselben Zahl in der Liste und sähen aus wie zwei Messungen.
- Gezählt werden Tage mit einem Tagesmaximum von 30 °C oder mehr, im Fenster 1. April bis 31. Oktober, und nur mit der Qualitätskennung „gültig“. „Verdächtig“ zählt wie „fehlt“.
- Ein Jahr gilt mit mindestens 212 von 214 gemessenen Tagen, ein Zeitraum mit mindestens 8 gültigen Jahren.
- Eine Stadt kommt in die Auswertung, wenn ALLE 8 Zeiträume gelten. Sonst steht sie unter „Was fehlt“.
Warum nur das Sommerhalbjahr gezählt wird
Gezählt wird vom 1. April bis zum 31. Oktober. Das ist keine Annahme, sondern nachgezählt: In 15.927.662 geprüften Messtagen der Schweiz und Österreichs seit 1951 liegt außerhalb dieses Fensters genau ein Tag über 30 Grad – der 9. Februar 1983 auf dem Jauerling (960 m, Wachau) mit angeblich 34,2 Grad. Ein Februartag mit 34 Grad auf einer Bergkuppe ist kein Hitzetag, sondern ein Messfehler, der die Qualitätsprüfung überstanden hat.
Das Fenster kostet also nichts und bringt viel: Eine Reihe gilt als vollständig, wenn das Sommerhalbjahr vollständig ist. Wer das ganze Jahr verlangt, verliert Stationen wegen Lücken im Januar – Lücken, in denen nachweislich kein heißer Tag stecken kann.
Warum diese Zahlen nicht gegen die deutsche Rangliste stehen dürfen
Das deutsche Großstadtranking rechnet bevölkerungsgewichtete Mittel aus dem 1-km-Raster des Deutschen Wetterdienstes: eine Zahl für das ganze Gemeindegebiet, gewichtet mit den Zensuszellen. Diese Seite zählt Messwerte einer Station.
Beide heißen „heiße Tage“ und sind nicht dieselbe Größe. Eine Station in der Innenstadt liegt über dem Gemeindemittel, eine am Stadtrand darunter, und der Unterschied zwischen den Verfahren ist größer als der zwischen zwei Städten. Deshalb steht auf dieser Seite keine deutsche Zahl.
Der umgekehrte Weg steht im deutschen Ranking: Dort wird die deutsche Seite eigens auf Stationen umgerechnet, damit beide Seiten desselben Vergleichs dieselbe Größe zeigen.
Warum es hier keine Landkarte gibt
Der Umriss beider Länder liegt in diesem Lauf nicht vor, und ein gezeichneter Umriss wäre erfunden. Die Lage jeder Station steht statt dessen als Koordinate in stationen.csv – nachprüfbar und ohne gemalte Genauigkeit.
Wie sich diese Auswertung verbessern lässt
Diese Seite rechnet aus dem offenen europäischen Klimaarchiv ECA&D. Das ist die Quelle, die beide Länder mit demselben Verfahren abdeckt – aber nicht die beste, die es für jedes einzelne gibt. Beide nationalen Wetterdienste haben ihre Daten inzwischen vollständig geöffnet:
- MeteoSchweiz gibt seit Mai 2025 Messungen, homogenisierte Stationsreihen und räumliche Klimaanalysen als Open Government Data heraus – die Tagesraster ab 1961, Monats- und Jahreswerte zurück bis 1864.
- GeoSphere Austria führt im Data Hub das 1-km-Raster SPARTACUS v2.1 ab 1961, überwiegend gemeinfrei, samt fertiger Klimaindizes.
Damit ließen sich beide Schwächen dieser Seite beheben, die im Abschnitt Die Herkunft stehen: Die homogenisierten Reihen kennen die Stationsverlegungen, die hier nur auffallen, und das Raster ergäbe dieselbe Größe wie die deutsche Rangliste statt einer Punktmessung. Der Preis wäre das Anfangsjahr – beide Raster beginnen 1961, nicht 1951.
Der Generator ist darauf eingerichtet: tools/eca_holen.py schreibt genau das Format, das tools/build_land.py liest. Eine zweite Quelle ist eine zweite Datei, kein Umbau.
Zum Weiterrechnen
Die Daten hinter der Seite
Alles, was auf dieser Seite steht, ist aus diesen Dateien gerechnet. Sie liegen hier, damit die Rechnung nachprüfbar ist und nicht nur das Ergebnis.
Die Grafiken einzeln
Zitiervorschlag. Julian Zuber: Städteranking Hitzetage Schweiz. https://hitzesicher.ch/, Stand 19. September 2026. Messwerte: MeteoSchweiz (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie), Open Government Data, Sammlung ch.meteoschweiz.ogd-nbcn, Parameter ths200dx, abgerufen 19.09.2026. opendata.swiss / data.geo.admin.ch